Neuroplastizität als Challenge: So trainierst du dein Gehirn

Unsere Gehirne lechzen nach Neuem – sie brauchen und wollen das. Das alles hat mit Neuroplastizität zu tun.
Womit? – genau! Was das ist und warum du die Neuroplastizität kennen und für dich nutzen solltest, darum geht es in diesem Blogbeitrag.

Im zweiten Teil des Artikels verrate ich dir, wie sich die Yes!-people-Community in unserer Januar-Challenge „WOW“ geschlagen hat, in der es nämlich genau um diese Neuroplastizität ging.

Neuroplastizität als Challenge: So trainierst du dein Gehirn

Was ist Neuroplastizität?

Neuroplastizität ist die Fähigkeit deines Gehirns, sich zu verändern und neu zu organisieren. Kurz gesagt: Neuroplastizität ist dein Gehirn in Bewegung.

Wenn du lernst, neue Erfahrungen machst oder in Erinnerungen schwelgst, bildet dein Gehirn neue, neuronale Verbindungen oder verändert und ergänzt die bereits bestehenden.

Gute Sache, diese Neuroplastizität.
Doch warum ist sie so wichtig für jeden einzelnen von uns?

Ganz einfach: Sie ermöglicht uns zum einen, neues Wissen und neue Fähigkeiten zu erwerben. Zum anderen sorgt die Neuroplastizität dafür, dass wir uns an Veränderungen anpassen können.

Das Gehirn kann so Aufgaben zuweisen oder Funktionen von beschädigten Bereichen auf gesunde Bereiche übertragen.

Hier kommt der Clou: je mehr neuronale Vernetzungen dein Gehirn in der Vergangenheit gebildet hat, desto „kräftiger“ ist es gegenüber Veränderungen. Ja, stell dir dein Gehirn ruhig als einen Muskel vor, den du trainieren kannst.

Wichtig zu wissen: Neuroplastizität spielt eine wichtige Rolle bei der Verbesserung deiner kognitiven Funktion. Sie kann sogar zur Vorbeugung von neurodegenerativen Erkrankungen (wie Demenz) beitragen – oder bei der Heilung deines Gehirns helfen (etwa nach einem Schlaganfall).

Deshalb ist es wichtig, dass du die Neuroplastizität nutzt und dein Gehirn regelmäßig dazu zwingst, neue, neuronale Vernetzungen zu erstellen oder auszubauen.

Wie funktioniert Neuroplastizität?

Neuroplastizität ist wichtig, damit wir Neues lernen können.
Okay, verstanden.

Aber was passiert dabei genau im Gehirn?

Unser Gehirn besteht aus Millionen von Nervenzellen (Neuronen). Diese Neuronen sind über Synapsen miteinander verbunden und bilden ein riesiges Netzwerk, in dem Informationen in Form von elektrischen und chemischen Signalen übertragen werden.

In dem Moment, in dem du etwas Neues erlebst oder lernst, passiert etwas Bemerkenswertes: In deinem Gehirn bilden sich neue synaptische Verbindungen zwischen den Neuronen. Bestehende Verbindungen werden gestärkt.

Dabei ist dein neuronales Netzwerk im Gehirn dynamisch und nicht fest. Das heißt, es verändert sich ständig, abhängig von deinen Erfahrungen.

Neuroplastizität, also die Fähigkeit deines Gehirns, sich zu verändern und zu formen, ist vom Alter unabhängig. Du kannst sie durch verschiedene Faktoren beeinflussen. Solche Faktoren sind deine Umgebung, dein Verhalten, deine Denkweise und Gefühle.

Das hört sich so an, als ob du diesen Prozess nicht beeinflussen kannst. Tatsächlich kannst du dein Gehirn bewusst ändern und formen, um deine Gedächtnisleistung und deine geistige Gesundheit zu verbessern.

Und zwar so:

Wie kannst du Neuroplastizität fördern?

Du willst, dass dein Gehirn gesund bleibt – auch im hohen Alter.
Verständlich.

Wie also kannst du Neuroplastizität fördern? Ganz einfach: Stelle dich regelmäßig neuen Erfahrungen und Herausforderungen.

Kein Grund, den Mount Everest zu besteigen oder eine Rede in einer gefüllten Veranstaltungshalle zu halten. Du musst nicht etwas Verrücktes tun, um neue neuronale Vernetzungen in deinem Gehirn zu erstellen.

Du musst nur dein Gehirn dazu zwingen, seine Komfortzone zu verlassen und in unbekanntes Terrain vorzudringen: eine neue Sprache, ein neues Musikinstrument, komplexe Rätsel oder einfach nur die Beschäftigung mit einem vollkommen neuen Thema.

Praktische Tipps für Neuroplastizität im Alltag

Du kannst Neuroplastizität auf verschiedenen Wegen fördern. Hier sind ein paar Tipps für den Alltag:

  • Fordere dein Gehirn regelmäßig: Geistig anspruchsvolle Aktivitäten wie neue Rätsel, Rate-Krimis, Denksport-Aufgaben erschaffen neue neuronale Verbindungen in deinem Gehirn. Wichtig ist, dass es nichts ist, was dein Gehirn schon kennt.
  • Meditation und Achtsamkeit: Meditation und Achtsamkeitsübungen verändern das Gehirn. Das haben sogar Studien belegt, u. a. die MBSR-Studie von Hölzel aus dem Jahr 2011.
  • Neues lernen: Sich neue Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen, fordert das Gehirn heraus. Auch so werden neue neuronale Verbindungen gebildet. Neues Wissen und Herausforderungen findest du in Online-Kursen, Podcasts und Hörbüchern, Fachzeitschriften, Büchern oder Online-Artikeln.

Die WOW-Challenge zur Neuroplastizität

Wir starten in unserer Yes!-people-Community monatlich eine Challenge, zu der wir alle Mitglieder einladen.

Im Dezember haben wir uns mit dem Thema Minimalismus beschäftigt. Für den Januar habe ich mir das Thema Neuroplastizität ausgesucht.

Warum ausgerechnet Neuroplastizität?

Demenz ist ein Thema, das viele von uns beschäftigt. Sei es durch Angehörige, durch die Präsenz in den Medien und in der Gesellschaft oder aus Sorge, selbst einmal daran zu erkranken.
Bei meinen Recherchen über Demenz landete ich schnell bei der Neuroplastizität und der Aufgabe, immer wieder neue, neuronale Vernetzungen im Gehirn anzulegen. Es geht darum, das Gehirn gesund und fit zu halten.
Doch Neuroplastizität beugt nicht nur Demenz vor. Nein, sie fördert Kreativität, das Problemlösen und unterstützt uns bei der Gestaltung unseres Business.
Perfekt also für die Yes!-people.

Bei der Challenge ging es mir um mentale Gesundheit, um etwas Neues und vor allem um den Spaß an Unbekanntem.
Und den hatten wir.

Das war die WOW-Challenge im Januar:

  • Die Aufgabe: Die Teilnehmer beschäftigen sich jeden Tag mindestens 4 Minuten mit etwas komplett Neuem. Dabei gilt: je komplexer und neuer, desto besser.
  • Die Regeln: Wer dreimal hintereinander nicht mitgemacht hat, ist raus aus der Challenge.
  • Die Ressourcen: Hier durfte die Community kreativ sein und sämtliche Quellen erschließen. Ich empfahl für den Anfang Podcasts, Blogs und Wikipedia (den Zufallsartikel des Tages).
  • Die Aufforderung zu Beginn der Challenge: Im Chat wird gepostet, wer sich womit beschäftigt hat am Tag. Ein Stichwort genügt.

Und dann ging’s los:

So hat unsere Yes!-people-Community die Aufgabe in die Tat umgesetzt:

Es war Neujahr, natürlich beschäftigte sich ein Community-Mitglied direkt mit dem Aufbau und der Funktionsweise von Feuerwerksraketen und teilte sein Wissen im Chat. Auch Alkohol war eines der ersten neuen Themen in dem Jahr.

Doch daneben beschäftigten wir uns auch mit Katamaranen, dem Verhalten unserer Haustiere, der Funktion des menschlichen Immunsystems oder Bitcoins.

Wir thematisierten Weinbergschnecken, Krankenkassenbeiträge, die Flagge Argentiniens und fanden heraus, warum Tränen salzig schmecken.

Zwischendurch wurde es auch wissenschaftlich: Was ist dunkle Materie? Was ist ein Quantenfeld? Was hat es mit Paralleluniversen oder Multiversen auf sich?

Wir beschäftigen uns mit dem Genpool von Zwillingen, transgenerationalen Traumata und dem Zusammenhang zwischen Genen und Religiosität.

Dann fanden wir heraus, wie man Dreadlocks selbst macht, wann die optimale Kaffeezeit ist, warum wir das Gesicht verziehen, wenn wir etwas Saures essen und warum Spiegel links und rechts vertauschen – aber nicht oben und unten.

Wir lernten Neues über Kohlmeisen, Planeten, den Lächelnerv, Frieden und den Sonnengruß.

Unzählige spannende Quellen für neues Wissen wurden im Januar in der Yes!-people-Community gefunden und mit den anderen Teilnehmern geteilt.

Die Erkenntnisse aus unserer Wow-Challenge

Wie du siehst: Unsere Community beschäftigte sich mit neuen, teils überraschenden Themen. Keiner von uns hätte sich wohl außerhalb dieser Challenge mit dem Brain-Computer-Interface, Hank Snow oder der Bärenmarke-Melodie beschäftigt.

Nach 31 Tagen freute ich mich auf das Résumé der Community. Und das war eindeutig: Neues gelernt.
Und zwar viel davon.

Beeindruckend: Einige konnten beobachten, wie sie durch die Beschäftigung mit einem vollkommen neuen Thema neue Verbindungen mit bereits vorhandenem Wissen knüpften und dadurch neue Ideen entstanden, die sie für ihre Projekte nutzen konnten.
Genial.

Auffallend war auch, dass viele von uns Spaß daran hatten, sich mit neuen Dingen zu beschäftigen – ebenso spannend war, womit sich die anderen Teilnehmer beschäftigten. Viele von uns lasen in den geposteten Informationsquellen der anderen nach, was dazu führte, dass wir uns deutlich länger als den vier Minuten mit neuen Themen beschäftigten.

Ein voller Erfolg also.

Fazit: Neuroplastizität zu fördern, macht Spaß!

Dein Gehirn verfügt über eine einzigartige Fähigkeit: die Neuroplastizität. Sie ist leicht im Alltag umzusetzen – und macht Spaß. Also, worauf wartest du?

Jeder kann mit täglichen (kleinen!) Herausforderungen sein Gehirn trainieren und so die Neuroplastizität fördern.

Die WOW-Challenge war nicht nur unterhaltsam und spannend, sondern auch bereichernd. Dass man nebenbei etwas für seine geistige Gesundheit unternimmt, ist ein Bonus.

Es lohnt sich also, das eigene Gehirn herauszufordern und zu erweitern.
Probiere es gleich aus: hinter diesem Link verbirgt sich ein zufälliger Wikipedia-Artikel.

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