Zwei verschiedene Dienstleistungen — und du brauchst beide. Wann was, in welcher Reihenfolge, und warum die Verwechslung dich Geld kostet.

Was Korrektorat ist

Korrektorat = Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Einheitlichkeit. Es ändert in der Regel nichts Inhaltliches oder Stilistisches. Es macht den Text technisch sauber.

Konkret bearbeitet werden:

  • Rechtschreibung
  • Grammatik
  • Zeichensetzung
  • Einheitlichkeit (z. B. Schreibweise von Fachbegriffen, Datumsformat)
  • Typografie (Anführungszeichen, Gedankenstriche, Bindestriche)

Der Text wird nicht inhaltlich umgebaut. Wenn ein Satz formal richtig, aber inhaltlich umständlich ist, bleibt er beim reinen Korrektorat stehen.

Was Lektorat ist

Lektorat geht weiter als Korrektorat. Es bearbeitet:

  • Stil und Ausdruck: Wiederholungen, umständliche Formulierungen, Tonfall
  • Verständlichkeit: unklare Sätze, Logik, roter Faden
  • Struktur: Kapitelaufbau, Absätze, Überleitungen
  • Inhaltliche Konsistenz: Widersprüche, Lücken, fehlende Erklärungen

Ein Lektorat kann mit Kommentaren und Vorschlägen arbeiten oder direkt in den Text eingreifen — je nach Vereinbarung. Es ist deutlich tiefgreifender und auch teurer.

Wann was beauftragen?

Nur Korrektorat. Wenn der Text inhaltlich und stilistisch fertig ist und du nur noch Fehler bereinigen lassen willst. Typisch nach eigenem, sehr gründlichem Lektorat oder bei sehr kurzen Texten.

Lektorat (eventuell plus Korrektorat). Wenn du Feedback zu Stil, Aufbau und Verständlichkeit willst. Typisch für Sachbücher, Romane, längere Texte. Danach oft ein reines Korrektorat für den letzten Feinschliff.

Kombination und Ablauf

Der bewährte Workflow für Sachbücher:

  1. Du schreibst die Rohfassung
  2. Du überarbeitest selbst
  3. Lektorat erfolgt — du arbeitest Anmerkungen ein
  4. Korrektorat der Endfassung vor Druck oder Upload

So werden zuerst Struktur und Stil gestärkt, dann die Oberfläche bereinigt. Wer die Reihenfolge umdreht, lässt am sauberen Text strukturelle Schwächen stehen — und teures Korrektorat-Geld an Stellen verbrennt, die nochmal umgeschrieben werden müssen.

Was du jetzt tun kannst

Wenn du einen Dienstleister anfragst: lass dir das Angebot detailliert beschreiben. „Lektorat" allein heißt bei verschiedenen Anbietern verschiedene Dinge.

Frag konkret nach: Werden Stil und Struktur bearbeitet oder nur Rechtschreibung? Bekomme ich Kommentare oder Direkteingriffe? Welcher Preis pro Normseite, welcher Gesamtpreis?

Korrektorat = Oberfläche. Lektorat = Tiefe. Für Buchmanuskripte meist beides — in genau dieser Reihenfolge.

Markus Coenen — Autorencoach

Markus Coenen

Autorencoach für Unternehmer und Experten. Begleitet seit 2003 Sachbuchprojekte von der Idee bis zum Bestseller. Über 250 begleitete Buchprojekte.

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