Das Vorwort ist der Türsteher des Buches. Wer hier scheitert, verliert den Leser, bevor das erste Kapitel anfängt. Drei Seiten, drei Funktionen, ein Auftrag.

Was ein Vorwort ist und wozu es dient

Das Vorwort steht vor dem ersten Kapitel. Es führt den Leser in das Buch ein. Drei Funktionen kann es haben:

  • Dem Leser Kontext geben: Wie ist das Buch entstanden? Welches Problem löst es?
  • Eine persönliche Note setzen: Motivation, Anlass, Danksagung
  • Bei einem Gast-Vorwort zusätzliche Glaubwürdigkeit oder Aufmerksamkeit schaffen

Das Vorwort ist nicht das erste Kapitel. Die inhaltliche Argumentation beginnt im Buch selbst.

Wer das Vorwort schreibt

Der Autor selbst. Typisch bei Sachbüchern und Ratgebern. Du erklärst Anlass, Zielgruppe, deinen Weg zum Thema.

Eine andere Person. Ein Experte, prominenter Autor oder eine bekannte Persönlichkeit aus deinem Themenfeld schreibt das Vorwort. Das gibt dem Buch zusätzliches Gewicht und kann neue Lesergruppen erschließen. Aber: nur wenn die Person fachlich wirklich passt und das Vorwort selbst geschrieben hat. Gekaufte Vorworte spürt jeder Leser.

Aufbau und Inhalt

Einstieg. Kurz und klar: warum dieses Buch, warum jetzt, für wen?

Kontext oder Entstehung. Optional: wie ist das Buch entstanden? Welche Erfahrung oder welches Ereignis war der Auslöser?

Danksagung. Falls gewünscht, hier oder in einem eigenen Abschnitt. Kurz halten. Eine Liste von zwanzig Namen interessiert keinen Leser.

Ausblick. Ein Satz, der zum ersten Kapitel überleitet, ist möglich. Pflicht ist er nicht.

Länge. Eine bis drei Seiten reichen in der Regel. Zu lange Vorworte wirken selbstreferentiell. Wer Mühe hat, sein Vorwort zu kürzen, hat meist nicht zu wenig zu sagen — sondern keine klare Funktion definiert.

Was du vermeiden solltest

Inhalt wiederholen. Das Vorwort soll nicht das erste Kapitel ersetzen oder den Inhalt zusammenfassen. Wer das Buch im Vorwort verrät, raubt dem Leser den Antrieb weiterzulesen.

Selbstbeweihräucherung. Sachlich und einladend bleiben. Lobreden auf die eigene Expertise gehören nicht in das Vorwort. Sie gehören in die Autorenbiografie — und auch dort gemessen dosiert.

Unklare Zielgruppe. Der Leser sollte nach dem Vorwort wissen, ob das Buch für ihn gedacht ist. Wenn er das nicht weiß, blättert er weiter — meist aus dem Buch raus.

Was du jetzt tun kannst

Falls du gerade an deinem Vorwort sitzt: schreib es in einem Rutsch. Dann leg es 24 Stunden weg. Lies es danach aus der Sicht eines fremden Lesers. Würdest du weiterlesen wollen? Wenn nein, kürze. Wenn dir der Mut zum Kürzen fehlt, lass das Vorwort ganz weg. Auch das ist eine gültige Entscheidung.

Markus Coenen — Autorencoach

Markus Coenen

Autorencoach für Unternehmer und Experten. Begleitet seit 2003 Sachbuchprojekte von der Idee bis zum Bestseller. Über 250 begleitete Buchprojekte.

Mehr über Markus →