Für Unternehmer und Experten, die vor der Buchprojekt-Entscheidung stehen · Selbst oder delegieren

Sachbuch schreiben lassen oder selbst schreiben.

Die Frage wird oft schief gestellt. Sie lautet nicht: was ist schneller, was ist günstiger, was ist prestigeträchtiger. Sie lautet: was passt zu deiner Stimme, zu deiner Methode, zu deinem Energie-Haushalt. Diese Seite zeigt drei Kriterien für jede Seite, vier ehrliche Hybrid-Varianten dazwischen und den Punkt, ab dem die Entweder-Oder-Frage gar nicht mehr die richtige ist.

Markus Coenen, Autorencoach und Verleger

Was die Frage „Sachbuch schreiben lassen oder selbst" tatsächlich heißt

Die Entscheidung zwischen Selbst-Schreiben und Schreiben-Lassen ist keine Geschmacks-Frage und kein Status-Thema. Sie ist eine Entscheidung über drei Dinge zugleich: Wessen Stimme im Buch klingt, wer die Substanz formt, wer die Energie aufbringt. Wer eine der drei Antworten klar hat und die anderen zwei daran ausrichtet, trifft eine tragfähige Wahl. Wer alle drei offenlässt und nur nach Zeit oder Honorar entscheidet, landet meist beim falschen Modell.

In meiner Praxis kommen drei Typen auf diese Frage zu. Der erste schreibt schon, hat aber Sorge, ob das Ergebnis trägt, und überlegt, ob ein Ghostwriter besser wäre. Der zweite hat keine Zeit zum Schreiben und glaubt, Delegieren sei die einzige Option. Der dritte will eigentlich selbst schreiben, weiß aber nicht, ob er es darf, oder ob ein Profi das „besser" macht.

Alle drei Typen stellen die falsche Frage. Die richtige lautet: An welcher Stelle in deinem Projekt sitzt die Substanz, an welcher das Handwerk, und wer ist für welchen Teil der bessere Träger. Ich begleite seit 2010 Sachbuchprojekte, ich habe selbst geschrieben, ich habe schreiben lassen, ich habe Hybrid-Modelle gebaut. Die Antwort ist selten Entweder-Oder. Sie ist meistens eine kluge Aufteilung.

Drei Kriterien für „selbst schreiben", drei Kriterien für „schreiben lassen"

Keine Wertung, keine Reihenfolge. Wenn von den Drei-er-Sets ein Block deutlich stärker trifft, ist die Entscheidung im Kern getroffen. Wenn beide Sets in Teilen treffen, sitzt du im Hybrid-Bereich, und das ist die ehrlichste Stelle, an der man sitzen kann.

Für selbst schreiben: 1. Die eigene Stimme ist Teil des Buches

Manche Sachbücher tragen, weil die Methode trägt. Andere tragen, weil die Stimme trägt. Wer als Autor eine bestimmte Sprach-Färbung hat, die schon im Vortrag, im Podcast oder in den eigenen Texten wirkt, sollte sehr genau überlegen, bevor er diese Stimme an einen Ghostwriter abgibt. Eine fremde Hand schreibt nicht deine Stimme. Sie schreibt eine professionell saubere, neutrale Sachbuch-Stimme. Bei manchen Themen ist das egal. Bei anderen ist es der Unterschied zwischen einem Buch, das einen Markt aufmacht, und einem, das im Markt mitläuft.

Für selbst schreiben: 2. Die Methode ist noch in Bewegung

Wer mitten in der Methode-Verdichtung steht, sollte selbst schreiben. Schreib-Arbeit ist Denk-Arbeit. Wer schreibt, merkt, was hält, was nicht hält, was nochmal überarbeitet werden muss. Wer einem Ghostwriter eine unfertige Methode übergibt, bekommt eine sauber ausformulierte Version der unfertigen Methode zurück, nicht eine verdichtete Methode. Die Verdichtung passiert beim Selber-Schreiben, oder sie passiert nicht.

Für selbst schreiben: 3. Lust am Schreiben ist da

Wenn du beim Gedanken ans Manuskript Energie spürst, schreib selbst. Auch wenn es langsamer ist, auch wenn es ungewohnt ist. Schreiben ist eine der wenigen Tätigkeiten, in denen Substanz und Form gleichzeitig entstehen. Wer sich das nehmen lässt, weil jemand sagt, Delegieren sei effizienter, verliert genau den Teil des Projekts, der ihn am meisten reifer macht. Lust am Schreiben ist kein Luxus, sondern ein Hinweis darauf, dass der Weg stimmt.

Für schreiben lassen: 1. Zeit-Knappheit ist real, nicht ausgeredet

Ein Buch braucht Stunden, nicht Wochenenden. Wer im operativen Geschäft fest steckt, mit Verantwortung für ein Team, mit Familie, mit Reise-Druck, kommt manchmal ehrlich nicht auf die nötige Schreib-Zeit. Wer sich das eingesteht, sollte delegieren oder das Projekt verschieben. Wer sich das nicht eingesteht und trotzdem selbst schreibt, produziert ein Buch, das drei Jahre in der Schublade liegt und nie fertig wird. Das ist die schlechteste Variante: kein Buch, viel Energie verbraten, schlechtes Gewissen.

Für schreiben lassen: 2. Echte Schreib-Hemmung blockiert das Projekt

Es gibt Menschen, die in Vorträgen brillant sind und am leeren Blatt versteinern. Das ist keine Schwäche, das ist eine andere Verarbeitungs-Form. Wer mündlich denkt und schriftlich gehemmt ist, sollte das nicht über Disziplin lösen wollen. Roh-Material-Modelle (du sprichst, jemand strukturiert und schreibt aus) sind genau für diesen Fall gebaut. Das Buch entsteht aus deiner Substanz, nur die Schreib-Hand ist eine andere. Das ist legitim und oft die einzige Variante, in der das Buch überhaupt entsteht.

Für schreiben lassen: 3. Das Buch ist primär Vermarktungs-Werkzeug

Wenn das Buch hauptsächlich als Türöffner, als Visitenkarten-Verstärker, als Speaker-Booster funktionieren soll, und der inhaltliche Anspruch sekundär ist, dann ist Ghostwriting eine vertretbare Wahl. Solche Bücher müssen handwerklich sauber sein, müssen ein klares Versprechen haben, müssen sich angreifbar weniger machen. Sie müssen aber nicht in jedem Satz die Tiefe einer eigenen Stimme tragen. Wer das offen so sieht, kann mit Ghostwriting gut arbeiten. Wer sich das nicht eingesteht, baut sich eine Enttäuschung.

Wenn du dir die sechs Kriterien angesehen hast und merkst, dass auf jeder Seite zwei treffen, bist du im Hybrid-Bereich. Das ist der häufigste Fall in meiner Praxis. Genau dafür gibt es die drei Misch-Varianten weiter unten.

Wenn die Entscheidung in Ruhe reifen darf

Die Autoren-Lounge: Substanz vor Tempo

Wer noch nicht weiß, ob er allein, im Hybrid oder mit voller Begleitung schreiben will, findet in der Autoren-Lounge einen Raum, in dem die Entscheidung wachsen darf. Monatliche Sparrings, eine kleine Gruppe, kein Druck. Manchmal klärt sich die Frage genau dort.

Die Autoren-Lounge →

Vier ehrliche Hybrid-Varianten zwischen „selbst" und „schreiben lassen"

Die ehrlichste Antwort auf die Frage ist meistens eine dazwischen. Vier Varianten haben sich in der Praxis bewährt. Sie unterscheiden sich nicht in der Substanz, die immer beim Autor bleibt, sondern darin, wie viel handwerkliche Hand mitschreibt.

1. Coach plus Selbst-Schreiben. Du schreibst alles selbst. Ein Coach begleitet dich vom Konzept über die Kapitel-Architektur bis in die finalen Überarbeitungs-Schleifen. Er korrigiert nicht jeden Satz, er stellt die Fragen, die dich weiter bringen, und er fängt dich auf, wenn du dich verirrst. Das ist die Variante mit dem höchsten Lerneffekt und der reifsten Autoren-Stimme am Ende. Voraussetzung: Du hast die Schreib-Zeit, und du willst selbst der bessere Autor werden, nicht nur dieses eine Buch produzieren. Mehr dazu im Bereich Autorencoaching für Sachbuchautoren.

2. Coach plus Co-Author. Du schreibst die Substanz-Kapitel, in denen deine Stimme zwingend ist (Einleitung, persönliche Kapitel, Methode-Kapitel, Schluss). Ein Co-Autor schreibt die strukturellen Kapitel, die mehr Handwerk als Stimme brauchen (Überblicks-Kapitel, Hintergrund-Kapitel, Werkzeug-Anhänge). Das verkürzt die Schreib-Zeit erheblich, ohne die Substanz zu verwässern. Voraussetzung: Du kannst zwischen Substanz- und Struktur-Kapiteln trennen, und du findest einen Co-Autor, dessen Stimme sich an deine anpassen kann.

3. Roh-Material-Modell. Du sprichst (Interviews, Vorträge, geführte Diktate), jemand strukturiert und schreibt aus. Das Manuskript entsteht aus deiner Substanz, in deiner Diktion, aber nicht aus deiner Schreib-Hand. Diese Variante ist die ehrlichste Form von Ghostwriting, weil sie nicht so tut, als hättest du jeden Satz selbst geschrieben. Voraussetzung: Du bist mündlich tief und schriftlich gehemmt oder zeit-knapp, und du gehst in jede Manuskript-Überarbeitungs-Schleife mit, statt am Ende nur abzunicken.

4. Starkes Hybrid-Lektorat. Du schreibst alles selbst, das Lektorat greift aber so tief ein, dass das Manuskript am Ende wie aus einem Guss klingt. Das ist mehr als Korrektorat und Stil-Lektorat. Das ist substanzielle Eingriffs-Tiefe in Argumentations-Linie, Kapitel-Architektur und Ton. Voraussetzung: Du verträgst harte Eingriffe und siehst das Lektorat als Sparring, nicht als Korrekturen-Liste. Mehr im Bereich Hybrid-Lektorat.

Diese vier Varianten teilen eine Bedingung: Die Substanz bleibt deine. Wer die Substanz delegiert, schreibt nicht hybrid. Er lässt schreiben. Das ist auch legitim, aber es ist eine andere Entscheidung.

Die häufigsten Fallen bei der Entscheidung

Vier Muster, in denen ich Autoren wiederholt sehe. Keine Schande, aber teure Stolpersteine, wenn man sie nicht kennt.

Die vier Fallen sind nicht moralisch verwerflich. Sie sind Stolpersteine, die man kennt oder nicht kennt. Wer sie kennt, trifft eine sauberere Entscheidung.

Wann reicht eigene Klarheit, wann braucht es ein Gespräch?

Drei Konstellationen, in denen du die Entscheidung allein triffst:

Drei Konstellationen, in denen ein Gespräch das Schnellere ist:

Wer ehrlich mit sich ist, weiß, in welcher Spalte er sitzt. Selbst entscheiden ist legitim. Gespräch suchen ist genauso legitim. Die schlechteste Variante ist die dritte: lange grübeln, niemanden fragen, am Ende die Variante wählen, die am wenigsten Unbehagen erzeugt. Das ist die Variante, die am häufigsten am Ende nicht trägt.

Womit ich arbeite

250+
begleitete Sachbuchprojekte
15 Jahre
Coaching für Sachbuchautoren
1 Verlag
eigener Verlag (yessyess-verlag.de)

„Ich habe zehn Bücher geschrieben und bin SPIEGEL-Bestseller-Autor. Markus zeigt, wie viel schärfer ein Buch wird, wenn jemand die richtigen Fragen stellt. Er macht aus einer sperrigen These einen klaren Gedanken. Dazu kommt ein Prozess, bei dem man sicher sein kann, dass er einen klaren Plan hat. Wer ein Buch im Kopf hat, es aber nicht aufs Papier bekommt, ist bei ihm richtig.“

Nickolas Emrich
Nickolas Emrich
SPIEGEL-Bestseller-Autor, Franchise-Experte, Wirtschaftsjurist, Mediator

„Die Begabung einen Menschen wahrhaftig zum Autor werden zu lassen. Markus Coenen ist ein außergewöhnlicher Mann. Er hat einen strukturierten Prozess, durch den er seine Kunden sicher begleitet. Das ist ein wahrlich lebensverändernder Prozess. Wer ein richtiges Buch schreiben will, der ist hier bestens aufgehoben. Ganz klare Empfehlung!“

Dr. Alexander Madaus
Dr. Alexander Madaus
Leadership-Trainer für Unternehmer und Unternehmen

„Er gehört zu den wenigen Menschen, die ihren Job mit Leidenschaft und Herzblut machen. Er hat das zentralste Anliegen meines Buchprojekts verstanden, noch bevor ich es selber formulieren konnte. Das hat mich so stark motiviert, dass ich mittlerweile 2 Bücher verfasst habe und nun das 3. in Angriff nehme – innerhalb von nur 3 Monaten! Markus Coenen ist für mich eine der wirklich seltenen lebensverändernden Begegnungen.“

Dominik F. Rollé
Dominik F. Rollé
CEO von LebensRaum – Feng Shui & Coaching

Häufige Fragen

Bevor du den nächsten Schritt machst.

Sachbuch schreiben lassen oder selbst schreiben: was ist besser?

Es gibt kein generelles Besser. Selbst schreiben ist die richtige Wahl, wenn die eigene Stimme zwingend Teil des Buches ist, die Methode noch in Bewegung ist und Lust am Schreiben da ist. Delegieren ist die richtige Wahl, wenn die Zeit knapp ist, die Schreib-Hemmung das Projekt blockiert oder das Buch primär ein Vermarktungs-Werkzeug ist. In den meisten Fällen ist die ehrlichste Antwort eine Hybrid-Variante: ein Coach oder ein Co-Autor neben dem Autor, nicht statt des Autors.

Merken Leser, ob ein Sachbuch selbst geschrieben oder ghostwritten wurde?

Aufmerksame Leser merken es, wenn das Ghostwriting handwerklich schwach ist. Sie merken es nicht, wenn das Ghostwriting handwerklich stark ist und der Autor inhaltlich tief drinsteckte. Was Leser immer merken: ob die Substanz trägt. Ein durchschnittliches Sachbuch, vom Autor selbst geschrieben, wirkt stärker als ein durchschnittliches Sachbuch, das ein Ghostwriter zusammengesetzt hat. Ein starkes Buch wirkt stark, egal wer die Sätze gebaut hat. Die Frage ist also nicht, ob sie es merken. Die Frage ist, ob die Substanz trägt.

Was kostet es, ein Sachbuch schreiben zu lassen?

Seriöse Ghostwriter für Sachbücher arbeiten in einem mittleren bis höheren vierstelligen bis fünfstelligen Honorar-Korridor, abhängig von Umfang, Interview-Aufwand und Recherche-Tiefe. Wer deutlich darunter angeboten bekommt, sollte sich fragen, ob das Ergebnis trägt. Wer deutlich darüber rechnet, sollte sich fragen, ob es ein etablierter Buchmarkt-Profi ist oder ein PR-Berater mit Buch-Aufschlag. Wichtiger als der Preis: das Modell. Pauschal oder pro Wort. Interviews oder Materialübergabe. Mit oder ohne Vermarktungs-Plan danach.

Was kostet ein Coaching, wenn ich selbst schreiben will?

Das hängt davon ab, was das Coaching abdeckt: nur Konzept-Klärung, oder das ganze Projekt bis Launch, oder zusätzlich die Sichtbarkeits-Arbeit danach. Statt einer Listenpreis-Antwort gibt es bei mir immer ein persönliches Strategiegespräch. Es ist beidseitig kostenlos. Dort sortieren wir, welche Phase, welche Intensität, welcher Umfang für dein Projekt sinnvoll ist. Erst danach steht eine Investitions-Summe im Raum, die auf dein Projekt passt, nicht auf einen Durchschnitt.

Kann ich ein Sachbuch teilweise selbst schreiben und teilweise schreiben lassen?

Ja, das ist häufig die ehrlichste Lösung. Drei Hybrid-Varianten funktionieren in der Praxis: Co-Authorship (du schreibst die Substanz-Kapitel, ein Co-Autor die strukturellen), Roh-Material-Modell (du sprichst, jemand strukturiert und schreibt aus), starkes Hybrid-Lektorat (du schreibst alles, das Lektorat greift so tief ein, dass das Manuskript am Ende wie aus einem Guss klingt). Alle drei haben eine Bedingung: die Substanz bleibt deine, nur das Handwerk wird geteilt. Wer die Substanz delegiert, schreibt nicht hybrid, sondern lässt schreiben.

Wann ist Ghostwriting für ein Sachbuch eine schlechte Idee?

Wenn das Buch der erste echte Schritt in die Öffentlichkeit ist und der Autor die eigene Stimme noch nicht kennt. Wenn die Methode unfertig ist und die Schreib-Arbeit der Ort wäre, wo die Methode ihre Form findet. Wenn das Buch ausschließlich aus Status-Gründen geschrieben werden soll, ohne dass die Person dahinter steht. In all diesen Fällen produziert Ghostwriting ein Buch, das technisch funktioniert, aber im Markt nichts auslöst, weil die Person fehlt, die es trägt.

Entscheidungs-Klarheit vor Projekt-Druck

Hör auf, die falsche Frage zu stellen. Klär, welcher Teil des Buches in welcher Hand am besten aufgehoben ist.

Die Entscheidung zwischen Selbst und Delegieren ist nicht binär. Sie ist eine Aufteilungs-Frage. Wer sie sauber stellt, kommt schneller zu einem Buch, das trägt. Wer sie schief stellt, schreibt entweder das beste Buch, das nicht entsteht, oder das sauberste Buch, das nicht gemeint ist.