Drei Konstellationen, in denen der Coach trägt und der Ghostwriter genau die Substanz wegoperiert, auf die das Buch aufbauen soll.
Erstens: das Authority-Buch. Wenn das Buch Vorträge, Beratungs-Aufträge oder Klienten anziehen soll. Wenn du also nach Launch auf Bühnen stehen wirst, auf Podcasts gehst, in Interviews zitierst wirst aus deinem Buch. Dann muss das Buch nach dir klingen, nicht nach jemand anderem. Die ersten zehn Minuten Vortrag, in denen du Sätze sagst, die nach deinem Buch klingen, weil sie aus deinem Buch sind, sind der ganze Authority-Hebel. Wer das outsourct, untergräbt seine eigene Autorität bei jeder öffentlichen Auftritt.
Zweitens: das Experten-Buch aus eigener Methode. Wenn deine Substanz in einer Methode liegt, die du selbst entwickelt hast oder die nur aus deiner Praxis-Erfahrung Sinn ergibt. Solche Methoden sind in den Interviews mit dem Ghostwriter nie vollständig abrufbar. Was du im Gespräch schnell sagst, hat oft drei Voraussetzungen, die du nicht mit-erklärst, weil sie für dich selbstverständlich sind. Erst beim Schreiben merkst du, was du eigentlich tust. Coaching macht diesen Klärungs-Prozess explizit und führt zu einer schärferen Methode im Buch.
Drittens: du willst selbst schreiben, aber etwas hält dich auf. Du sitzt vor dem leeren Dokument und kommst nicht in den Fluss. Du fängst an, brichst ab, fängst neu an. Du zweifelst, ob das Konzept trägt, ob die Sätze gut genug sind, ob du überhaupt das Recht hast, dieses Buch zu schreiben. All das sind keine Schreib-Probleme, sondern Begleit-Probleme. Ein Ghostwriter würde das Symptom kaschieren. Ein Coach klärt die Ursache und lässt dich am Ende mit einem Buch, das du selbst geschrieben hast, plus einem neuen Handwerk, das dir auch beim nächsten Projekt zur Verfügung steht.
Wer in einer dieser drei Konstellationen sitzt und trotzdem mit dem Gedanken Ghostwriter spielt, verkauft die eigentliche Substanz unter Wert. Das Buch wird vielleicht fertig, aber es trägt nicht, weil das, was es tragen müsste, im Outsourcing verschwunden ist.